Ein "pirgigs, stainichs, rauchs Ländl"

ist es, liebe Internetnutzerin, lieber Internetnutzer, was uns entgegenlächelt, wenden wir unseren Blick beispielsweise aus den lieblichen Tübinger Neckarauen gen Süden. So zumindest der Hofgeschichtsschreiber und Hofkaplan Kaiser Maximilian I., Ladislaus Suntheim gegen 1500. Gleich der vielbesungenen blauen Mauer dräut die schwäbische Alb, in ihrer lieblichen Mitte Hort des heiligsten Gaues, mithin des Heilsgaus. 

Ihre Lieblichkeit, wie rechterhand in bezauberndem fotografischem Dokument der Burg Teck über der Alb festgehalten erschließt sich jedoch durchaus nicht gleich, wie ein beherzter Griff in die Handbibliothek belegt: 

"Ein gebirgiges, steiniges, raues Land, hat guten Ackerbau [...] man braucht zur Bestellung der Felder 12, 14, 16 Ochsen und ein Ross oder zwei vor den Pflug wegen der Steine, die ohn Zahl die Äcker bedecken. Es hat [...] wenig Wasser außer Regen- und Schneewasser." (Ladislaus Suntheim, um 1500).

"Je mehr man aber ins Innere der Alb hineingeht, desto größere Rauheit trifft man an." (Martin Crusius, 1595).

"So ist die schwäbische Alb so genand von der Helle der weisen Steinen, die sich so häufig auf den gebauten Feldern befinden, ein hohes und grosses Gebürg. [...] Damit nun das Regen- und Schneewasser abfließen könne, hat die fürsichtige Natur, oder vielmehr der gütige Schöpfer deroselben, diese Gegend mit unzählich vielen Erd-Löchern versehen, durch welche das häufige Wasser (und nicht nur das, wir erinnern uns, nein, auch ein Holder-Dieselroß geführt von keinem Geringeren als Kommissar Bienzle in den Orkus verschwindet) zu deß übrigen Landes besten, gleichsam abgezäpft und ausgelassen wird." (Johann Majer, 1681).

Aber auch: "Wen diese Gegend nicht mit ihrem Prachte rührt, /Wird nur sein blödes Aug vor ihrer Schönheit schlüssen/ Und seinen Schöpfer selbst hierbei verläugnen müssen" (Jeremias Höslin, 1749) sowie "Er (Seppe im 'Stuttgarter Hutzelmännlein') hielt dafür, in allen deutschen Landen möge wohl Herrlicheres nicht zu finden sein als dies Gebirg, zur Sommerszeit, und diese weite gesegnete Gegend" (Eduard Mörike, 1853).

Und gleich der Lieblichkeit des Heilsgaus, das sich nicht sogleich erschließen mag, erschließt sich auch die Lieblichkeit des Heilsgäuers möglicherweise nicht ansatzlos. Um hier aber einem völkerverständlichen Ansatz, den der Heilsgauer Bote als Sprachrohr der Berliner mit südwestdeutschem Migrationshintergrund selbstverständlich hat, beizukommen, möchten wir Ihnen die Lektüre unserer Webseiten, mithin auch die Lektüre unserer Printausgabe oder den Besuch eines unserer Gastspiele im Berliner Raum empfehlen!

Auf dass auch bei Ihnen ein wenig Heilsgau einkehre, mit einem herzlichen schwäbischen Gruß
Ihre Redaktion.