Fortsetzungsroman
Neben
der anspruchsvoll recherchierten journalistischen Arbeit sollen Sie, liebe
Leserin, lieber Leser, im Heilsgauer Boten auch einen Partner für Ihre
spirituelle Erbauung finden. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, Ihnen
in der traditionsreichen literarischen Form des Fortsetzungsromans ein Werk des
hoffnungsvollsten Autoren der jungen Heilsgauer Generation, Simon Weinert zu präsentieren.
Bei
„Leben und Sterben des Humanisten Eusebius Knax“ handelt es sich um ein
Werk, das ob seiner Sprachgewalt und Relevanz Vergleiche mit Größen wie Carl
Borromäus Weizmann nicht zu scheuen braucht. Lesen Sie also in dieser Ausgabe
das erste Kapitel und freuen Sie sich mit uns auf die nächste Ausgabe!
Leben
und sterben des humanisten eusebius knax. Capitulum I.
seine
eltern wollten ihn karl-heinz nennen, aber da sagte er: „ego tu quis quid“
da sagten
seine eltern: „mensch, mens sana!“
er aber
insistierte: „juxta crucem crucis femininum ablativus ad absolutum ariel.“
Seine
eltern flogen zum dach hinaus.
Seine milch
floß in tränen
sein gedärm
schrie hannibal ante pons pontis femininum
die engel
schlotterten vom frühreif herab
drehkreuze
und fadenkörner
ochsenschwanzsuppe
eusebina
sabine knappholz
der
foucaultsche schwengel
mit
schwefelbrand auf der seele schrie er:
ave maria
in aeternitum lugdunum eusebius pons pontis pax packpferd
da schworen
es die engel im getriebe
den eltern
fiel es wie schuppen von den fingernägeln
er möge
fortan heißen und beißen und scheißen
so ward’s
zur krummen stund ein glücksrad
gläsern
auf und ab
und
bricht’s entzwei wie kerzenwachs
das kannst
du nicht halten
die
weisheit schmilzt aus dem äther
und die welt versinkt in unendlichen tropfen
Simon
Weinert
Fortsetzungsroman
Wie
im letzten Boten versprochen, finden Sie an dieser Stelle die Fortsetzung des
Fortsetzungsromans, der damit diesen Namen ganz zu recht trägt. Lesen Sie im nächsten
Boten weiter die Fortsetzung dieser Fortsetzung und lassen Sie sich überraschen,
was wir danach noch so alles auf der Pfanne haben!
leben und sterben des humanisten eusebius knax. capitulum II.
am
titten kitten drei pfund brei heiratete eusebius knax die berockdirndelte bürgerstochter
heidelind güldenring. dazu mußte er erst die schlaufe hinten über hüften
unter der brust und vornweg entüberkreuz durchlüften, die amseln aus ihren
augen puhlen, nase an nase, ohr an ohr, an ihrer ohnmächtigen scham eine
strandhütte bauen, strom, fließend wasser, telefonanschluß, bis endlich ihre
haare über die kehle flossen, und er, schlüsselanhänger an ihrem barrett,
gelangte mit einem ticket fliegend über die alpen, ratterte seinen rasenmäher
über die kontraste, rülpste zahnmechanik auf trocken brot und die armseligkeit
der menschheit, und am mitten sitten fünf vor zwölf uhr tee kanne kam ein kind
nieder, ein niederträchtiger wind, der in den ecken der zeit hockte.
(SW)